Gemeinde St. Bonifatius Hohenlimburg

Geschichte von St. Bonifatius

 
 
 

Aufgrund der damaligen Herrscher führte die Reformation dazu, daß es praktisch gar keine Katholiken mehr seit dem 16. Jahrhundert im heutigen Gebiet unserer Pfarrgemeinde gab. Stattdessen war die Stadt (Hohen-)Limburg durch seine Landesherren, den Grafen von Bentheim, calvinistisch reformiert, während im Stift Elsey das lutheranische Bekenntnis vorherrschte. Noch 1810 gab es in der Freiheit Hohenlimburg nur 7 Katholiken, dazu kamen einige mehr in Elsey. Diese mußten für ihre Gottesdienstbesuche und alles weitere stets nach Letmathe gehen. Mit dem Aufblühen der heimischen Industrie kamen jedoch - besonders aus dem Sauerland - zahlreiche Katholiken nach Hohenlimburg. Ende 1847 wurde für diese erstmals ein Raum zur Abhaltung der Gottesdienste angemietet, die Betreuung erfolgte durch Kapläne aus Letmathe und Herbeck. Ab 1861 kam der spätere Pfarrer Lang nach Hohenlimburg und richtete eine katholische Schule ein für die mittlerweile 400 bis 500 Katholiken.
Das Jahr 1863 wurde dann zum Gründungsjahr unserer Gemeinde mit zahlreichen Ereignissen: So wurde das Gebiet um Limburg, Elsey, Holthausen und Berchum zur Missions-Pfarrei erhoben (1891 Umwandlung zur definitiven Pfarrei). Es wurde der Friedhof Im Weinhof angelegt und es erfolgte am 23. Juli die Grundsteinlegung der ersten katholischen Kirche seit der Reformation in Hohenlimburg. Es entstand der bis heute bestehende neugotische Hallenteil (heute der hintere Bereich) mit Chor im Westen (wo heute das vordere Kirchenschiff ist). Man wählte den großen Missionar der Deutschen, den Heiligen Bonifatius zum Kirchenpatron. Zu Beginn war unsere Pfarrei noch dem Dekanat Iserlohn zugeordnet, bis sie aufgrund der Gebietsreform 1975 in das Dekanat Hagen eingegliedert wurde, die beide zum Erzbistum Paderborn gehören.
Noch in der Amtszeit von Pfarrer Lang erfolgte bereits 1884/85 die erste Erweiterung. In dieser zweiten von insgesamt drei Bauphasen der Kirche wurde ein weiteres Joch und der hochragende, ebenfalls neugotische Turm angebaut.
Nach dem Tod des Gründungspfarrers Carl Lang folgte 1910 bis 1924 sein Kaplan Franz Hagemann und von 1924 bis 1951 Josef Donner, in dessen Zeiten die finanzielle Basis des Kirchenbauvereins für einen weiteren Erweiterungsbau geschaffen wurde. Realisieren konnte dies der bis heute in guter Erinnerung gebliebene Pfarrer Joseph Paul Bachmann, der unsere Gemeinde von 1951 bis 1976 leitete. Er wurde 1976 abgelöst von Pfarrer Axel Schmiz. Der Allerheiligen 1952 begonnene große Anbau, für den man den alten Chor abriß, war vor allem aufgrund des großen Zuzuges katholischer Heimatvertriebener aus den ehemalig-deutschen Ostgebieten nötig geworden. Bachmann wählte aufgrund seiner Neigung die neuromantische Form mit Rundbogenfenstern und niedrigen Seitenschiffen. Die Verbindung beider Teile bildet eine Art Querschiff mit den Seiteneingängen. Am Ende des Neubaus entstand eine neue Sakristei und aus der ehemaligen Bücherei von 1938 wurde die Werktagskapelle. Zu den letzten größeren Investitionen unserer Gemeinde zählen 1994 eine neue Orgel, die mit 52 Registern zu den größten (und besten) Orgeln Deutschlands zählt und 2004 die Neudeckung des Kirchturms. Im April 2006 wurde Pfarrer Schmiz in den Ruhestand verabschiedet. Der neue Pfarrer im Pastoralverbund heißt Dieter J. Aufenanger.

Text: Johannes Kneip (nach "St. Bonifatius Pfarrkirche Hohenlimburg" von Dr. Elmar Hartmann)

 

Der Schutzpatron: Heiliger Bonifatius

 
 
 

Der um 675 in England geborene Benediktinermönch und Priester Winfried spürte schon früh den Drang zur Mission. So trieb es ihn schon früh nach Friesland, ehe er 719 als Bonifatius von Rom zur Missionierung Deutschlands ausgesandt wurde. Es hatte dort bereits mehrere recht erfolglose Versuche zur Missionierung der an germanische Gottheiten glaubenden Menschen gegeben, Bonifatius dagegen erzielte mit teils großem Tatendrang (Fällung einer heiligen Eiche zum Kapellenbau) großen Erfolg und wurde so 722 zum Bischof ohne festen Sitz geweiht. Er gründete zahlreiche Klöster, u.a. Fulda. 732 wurde er zum Erzbischof mit herausragenden Befugnissen und ab 739 war er päpstlicher Legat für das gesamte germanische Gebiet. In dieser Funktion begann er die kirchliche Organisationstätigkeit und gründete die Bistümer Passau, Regensburg, Salzburg, Freising und Eichstätt sowie etwas später Büraburg (Hessen), Erfurt und Würzburg. Er beeinflußte und lenkte zahlreiche von den Landesherrschern einberufene Synoden, die die Mission und Reformation der Kirche zum Thema hatten. Im hohen Alter trieb es ihn erneut zur Missionierung nach Friesland, wo er jedoch 754 während einer Firmung den Märtyrertod durch beutegierige Heiden fand.
Bonifatius, der seit dem 9. Jahrhundert in Deutschland als Heiliger verehrt wird, liegt im Dom von Fulda begraben, wo sich bis heute jährlich die deutsche Bischofskonferenz trifft.
Seine Bedeutung besteht nicht nur in der Missionierung Mitteldeutschlands und Frieslands, sondern auch in der Organisierung der Kirche für ganz Deutschland. Die enge Anbindung an Rom, die er stets anstrebte, gab die Grundlage für die römische Konstitution des Reiches Karls des Großen und damit für die Geschichte des christlichen Abendlandes.

 

Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

 
 
 

aufenangerDie Pfarrgemeinde wird durch den vom Bischof eingesetzten Pfarrer geleitet.
Unsere bisherigen Pfarrer waren (beginnend mit der Gründung unserer Pfarrei im Jahre 1863): Carl Lang, Franz Hagemann, Josef Donner, Joseph Bachmann und Axel Schmiz.
Seit 2006 ist Dieter J. Aufenanger (Foto) unser Pfarrer. Zugleich leitet er den in 2016 gegründeten Pastoralen Raum Am Hagener Kreuz mit St. Bonifatius, St. Elisabeth, Heilig Geist und Hl. Kreuz. Dem Pfarrer stehen für die Seelsorge weitere Priester und Gemeindereferenten zur Seite. Die Verantwortung für die musikalische Gestalt der Liturgie trägt ein professioneller Kirchenmusiker. Er spielt die Orgel und leitet Kirchenchor, Schola und Instrumentalgruppen. Die technische Vorbereitung der Gottesdienste obliegt dem Küsterdienst. Das Pfarrbüro wird durch eine Pfarrsekretärin versorgt.

Die gemeindeeigenen Kindergärten halten das obligatorische Erziehungs-Fachpersonal vor.

 


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